Lange Zeit unbekannt in den Gefilden Ryns waren die Orks. Sie lebten mit den
Ogern zusammen auf der fernen Insel gleichen Namens. Obwohl nur halb so groß
wie sie (oft auch kleiner) beherrschten sie dieses Volk zu allen Zeiten. Trotzdem
traten sie erst beim vorletzten Ogerzug des fünften Zeitalters in Erscheinung.
Von da an begannen sie sich über den ganzen Osten Ryns auszubreiten. Sie
kämpften mit den Reitervölkern um Land und mussten oft den kürzeren
ziehen. So blieben ihnen nur die unwirtlichsten Gebiete, wie zum Beispiel das
Balrachgebirge an der Grenze der Tugrersteppe oder das Elstergebirge.
Ihre große Stunde hatten sie unter Eoc. Zum ersten mal zogen die weit
verstreuten Sippen an einem Strang und erkämpften sich den Respekt und
die Angst der anderen Völker.
Das Volk der Orks war bis vor kurzer Zeit eine Kastengesellschaft, die man grob
in drei große Unterkasten teilen konnte. Es gab die Tarjuk, die herrschenden
Schamanen und Fürsten, die Urka, die breite Mittelschicht aus Kriegern,
Jägern, Nomaden und einigen Handwerkern und die Schurach, die Unberührbaren,
welche die Arbeit verrichteten die kein anderer machen wollte.
Mit dem Tot Eocs zerfiel die alte Ordnung. Im Hass wandten sich Urkas gegen
Tarjuks und Schurach gegen alle. Vor allem die Oberschicht wurde abgeschlachtet,
so dass es heute nur noch wenige dieser einst gefürchteten Zauberer gibt.
Mit ihnen verloren die Orks die althergebrachte Kontrolle über die Oger.
Ebenso zerstörte man die losen Bande zwischen den Sippen und Kasten, deren
Bewahrer die Tarjuks immer waren. Dafür erlangten einige Schurach die Macht
die ihnen über Jahrtausende versagt geblieben ist. Sie konnten für
kurze Zeit sogar ein kleines Orkreich in den Trümmern von Ognan errichten.
So stehen wir heute vor der paradoxen Situation, dass die Orks die größte
Verbreitung in ihrer Geschichte erlangt haben, ohne diesen Umstand Aufgrund
der weggebrochenen Sozialstruktur nutzen zu können. Das macht sie jedoch
auch zu einem völlig unberechenbaren Gegner.
Wie die Situation auf der Ogerinsel und der Stadt Ugar aussieht ist völlig
unbekannt. Es dürfte jedoch auch dort zu den großen Umwälzungen
gekommen sein wie sie auf dem Kontinent stattfanden.
Der Pantheon der Orks scheint jedoch die Konflikte überlebt zu haben. Es
gibt sogar menschliche Sekten, die ihre Götter aus diesem entliehen haben
und sogar Orks als Priester akzeptieren.