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Dir Religion in Deorached

Einst war nichts außer den Zwillingen, den Geschwistern Ryn und Ezeka. Nach Äonen war das Ryn nicht mehr genug und so wurde sie zu einem Samenkorn, dass schon bald austrieb und zum Weltenbaum Gilad Euda wurde. Sie trennte den Himmel von der Erde und schuf so den Raum für Leben, das sie selbst gebar. Die ersten Früchte die sie trug waren die Götter, sieben an der Zahl, ihre mächtigsten Kinder. Ihnen war es versprochen die neue Welt zu gestalten. Aus den folgenden Früchten wurden alle Lebewesen ob Tier oder Pflanze.
Doch Ezeka, der sich verraten fühlte von der Abkehr seiner Schwester, packte alsbald der Neid und er versuchte es ihr gleichzutun. Aber wo Ryn Schönheit schuf, erdachte Ezeka Hässlichkeit, wo Ryn Vielfalt und Freiheit schuf, erdachte Ezeka Monotonie und Knechtschaft.
Und als beide ihr Werk vollendet hatten, erfasste Ezeka Hass und er trachtete danach das Werk seiner Schwester zu zerstören. Es gelang ihm nicht, und so umschlang er mit seiner Welt die ihre und wartet auf die Gelegenheit sie dereinst zu vernichten.

Einführung

Seit dem ersten Menschenreich auf Ryn gab es immer nur den Pantheon der sieben Götter.
Sie trugen in verschiedenen Jahrtausenden verschiedene Namen, aber letztendlich sind es immer die gleichen wie schon zu Chyas Zeiten. Der Pantheon unterteilt sich in die drei Götter des Lebens - Tellis, Itaine und Bantis - und die vier Götter der Elemente – Netuil, Eylla, Horait und Neís.
In den Zeitaltern vor Eoc verehrte man auch noch zahlreiche Halbgötter, die heute jedoch größtenteils vergessen sind. Über die Jahrtausende entstand ein unglaublich großer Kanon an Texten und Büchern von denen heute viele in Kalassea ihrer Wiederentdeckung harren. Leider interessiert sich keine der beiden momentan vorherrschenden Glaubensrichtungen wirklich für diesen Schatz. Die einen ignorieren ihn da sie etwas völlig neues und eigenständiges sein wollen und die anderen weil es für sie nur blasphemisches Geschwätz sündiger Jahrhunderte darstellt. Nichts desto trotz greifen beide auf diese alten Werke in geringen Maß zurück namentlich das Buch der sieben Wahrheiten, der älteste überlieferte Text über die Welt und die Götter wird von beiden als Grundlage des Glaubens benutzt.

Die Religion heute

Das Eintreffen Eocs stürzte die damaligen Kirchen in eine tiefe Krise.
Während sich ein Teil der Gesellschaft einfach abkehrte – sie fühlten sich verraten und verkauft – und den bösen Herren von Stûma folgte, vertraten viele andere die Meinung Eoc wäre die gerechte Strafe für die Masse an Sünden, die in den vorhergegangenen Jahrhunderten begangen wurden. Auch danach, im Zeitalter Eolais, blieb dieser Konflikt anfänglich weiterhin bestehen, auch wenn der Glaube an dunkle Herren in dunklen Landen sehr schnell wieder verschwand. Geblieben aber sind viele Zweifel, die auch der Sieg über Eoc nicht ausräumen konnte. Durch dieses Misstrauen gegenüber der alten Religion entstand der Kult der Sieben wie wir in heute kennen. Geprägt ist dieser durch seine relative Machtlosigkeit in Politik und Gesellschaft von fast elfischen Ausmaßen, was heißen soll, jeder weiß die Götter existieren, aber sind eher für das große Ganze zuständig und kümmern sich wenig um das Schicksal des Einzelnen. Nichts desto trotz muss man ihnen Respekt zollen, was man in den Kirchen auch nach wie vor tut.
Anders als früher aber gibt es keine einzelnen Tempel mehr in denen jeweils eine Gottheit verehrt wird sondern nur noch die oft sehr puristischen, schmucklosen Kirchen die allen Göttern gleichzeitig gewidmet sind.
Es gibt momentan nur eine sehr flache Hierarchie in den Kirchen. Nur wenige Priester und einige Gehilfen tun ihren Dienst in den jeweiligen Kirchen. Der Kontakt zwischen den einzelnen Kirchen ist auch relativ lose, was dazu führte, dass sich die Liturgien von Dorf zu Dorf und von Kirche zu Kirche sehr stark unterscheiden. Einzig die große Kirche in Revella vertritt einen nur lasch durchgesetzten Anspruch auf die Führung im Allgemeinen.
Wie bereits erwähnt gab es jedoch auch die andere Gruppe, die Eoc als gerechte Strafe ansahen und jetzt eine fanatisch fromme Gemeinschaft bilden, die in Herenien unter den Herzögen eine neue Heimat fand. Dieser neue alte Ritus unterscheidet sich stark von dem, welchen die Könige von Revella propagieren. Wiederaufspaltung, Vereinheitlichung der Liturgien, Bannung aller Magie (Eoc war schließlich auch ein Magier) und eine starke zentralistisch ausgelegte, straffe Hierarchie sind nur die wichtigsten Schlagworte. Dazu kommt noch ein konservativer Moralkodex, der die lockeren Sitten des jetzigen Siebenerkultes völlig ablehnt.
Mit der faktischen Machtübernahme Bran Feolisas verließ dieser neue Ritus erstmals seine Grenzen in Herenien und vereinigte die verschiedenen, abseits gelegenen Gruppen die ähnliche Gedanken hegten, aber bis dahin nicht aussprachen.
Diese neue Richtung zwingt den Reveller Siebenerkult zum ersten mal Stellung zu beziehen und sich selbst nun genauer zu definieren.
Man darf gespannt sein wer sich in Zukunft durchsetzen wird.

Tellis

Der formende Gott, der dem Leben, dass Itaine spendet Form und Zweck gibt. Er wurde in allen Zeiten als der Gott der Gesetze angesehen und damit der Gott der Zivilisation überhaupt.
Er ist außerdem der Gott des Wissens und schenkte in dieser Funktion den Menschen die Schrift. Seine Anhängerschaft war in allen Zeiten nur gering, schließlich hatte er mit dem alltäglichen Sorgen des Lebens nur wenig am Hut, dafür war diese immer ungleich die Mächtigste.

Bantis

Gott des Todes oder der nehmende Gott. In vielen Landstrichen wird Bantis gefürchtet wie Ezeka selbst.

Itaine

Die lebensspendende Gottheit. Sie ist außerdem Schutzherrin der Magie. Die Familie steht oft auch unter ihrem Schutz. Immer war der Glaube an Itaine in allen Volksschichten sehr stark. Für viele Menschen war und ist sie die eigentliche Herrin des Pantheons. Oft nennt man sie die Erstgeborene oder die erste Frucht Ryns. Mit Sicherheit ist sie die vielfältigste Göttin.

Neís (Luft)

Der Gott des Windes und der Freiheit. Er gibt Itaines Atem und bringt den letzten zu Bantis. Er ist der Schutzherr der Vögel. Er ist außerdem der Gott der Händler und Diebe, der Schalk unter den Göttern der uns lehrt dass nicht alles im Leben ernst sein muss. Für alle Reitervölker ist er der Hauptgott.

Eylla (Wasser)

Die Herrin allen Wassers. Auch wenn ihr Herrschaftsgebiet auch Flüsse, Seen und Regen mit
einschließt, ist sie uns hauptsächlich als Göttin der Meere bekannt. So wird sie von allen Seefahrern und Fischern angebetet sie mit ihren Zorn zu verschonen.

Netuil (Erde)

Sie ist die Göttin der Erde und der Pflanzen. Auf dem Land kann man fast an jeder Straßenkreuzung und vielen Feldwegen einen kleinen Schrein der Göttin sehen. Sie war außerhalb der Städte immer die wichtigste Gottheit, schließlich ist sie die große Ernährerin.

Horait (Feuer)

Der Gott des Feuers und des Krieges. Der Unbarmherzige. Zu allen Zeiten von den Menschen angebetet deren Handwerk der Krieg ist. Er steht jedoch für den gerechten Kampf Mann gegen Mann und verabscheut Hinterlist und Tücke. Oft wird er als geflügelter Stier dargestellt.

Die Antithese: Ezeka

Eigentlich kein Gott und doch mächtiger als alle zusammen, zumindest in seiner Welt. Der Bruder Ryns ist das Böse, der ewige Gegenspieler der Schöpfung. Wer sich ihm oder einem seiner Helfer, den Dämonen verschreibt hat seine Seele auf ewig verwirkt.

Impressum - madulsa - 04.2007