Das Wort Kefarda bezeichnete ursprünglich nur den östlichsten Gebirgszug
dieser bergigen Region, die sich von der Mark bis zum elbischen Grasmeer zieht.
Doch mit den Jahrhunderten wurde es zum Synonym für die ganze Region."Nach
Kefarda gehen" ist ein geflügeltes Wort in Deorached und heißt,
sich in sein Schicksal fügen.
Viel Wahres liegt in diesem Satz, doch völlig ohne Hoffnung ist dieses
Land nicht.
Kefarda ist stark zerklüftet, die Täler sind tief und eng und die
Gebirgskämme sind windumtost und nach Jahrtausenden der menschlichen Besiedlung
abgeholzt. Dennoch ist die Region relativ dicht besiedelt, denn vor allem während
und nach Eoc flohen viele Menschen hierher und fanden Schutz. Doch nicht nur
Menschen fanden hier ein Zuhause. Ähnlich erging es den Orks nach dem Zusammenbruch
von Eocs Herrschaft.
Die Menschen dieses Landes sind arm aber frei und glauben fest daran, das nur
sie selbst sich helfen können und so unterstellten sie sich nicht Eolai.
Die Region zerfiel in unzählige kleine und kleinste meist verfeindete Reiche,
die oft nicht mehr als ein kleines Dorf und mehrere Äcker umfassen und
jedes dieser Länder wird auf unterschiedlichste Weiße regiert. So
gibt es hier alles von primitiven Demokratien bis hin zu herrschsüchtigen
Tyrannen. Ähnlich ist es mit den Sprachen, jedes Tal hat seine eigene Sprache
oder zumindest einen eigenen Dialekt, den man im Nächsten schon nicht mehr
versteht. Dazwischen tummeln sich Orks und andere Relikte von Eocs Knechtschaft,
die mal hier und mal dort plündern.
Ähnlich war die Situation auch schon vor Eoc und jedes größere
Reich, wie Kanstar oder Muraster hatte immer seine Probleme im Inneren den Frieden
zu bewahren. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich so ein strenger Verhaltenskodex,
Caruch genannt, der zumindest ein Mindestmaß an Frieden und Zivilisation
sichert. Tatsächlich ist dieser Kodex auch heute noch die einzige Macht
die diese Region eint. Doch ist er auch ein Fluch, den er kennt noch die Blutrache,
welche sich oft über Generationen hinzieht und somit eine friedliche Einigung
des Kefarda praktisch unmöglich macht.
Noch immer versucht Deorached Einfluss zu nehmen doch außer einigen Bündnissen,
die oft schneller gebrochen als geschlossen wurden, gab es nie größere
Erfolge. Vor allem Kehed und Ulari versuchen für Frieden und Gerechtigkeit
zu sorgen.
Anders als in anderen Teilen des ehemaligen Südreichs hat sich hier die Vormachtstellung Eyllas, hier in ihrer Rolle als lebensspendende Regengöttin, erhalten. Den Trakjakot war das letzte Reich das dieser Region für lange Zeit Frieden und Stabilität schenkte. Ihr gegenüber steht Horait als Sonnengott der im Sommer das Land ausdörrt. Neben diesem dualistischen Weltbild sind alle Kefarder sehr abergläubisch. Kein Haus über dessen Tür nicht die verschiedensten Abwehrsymbole gegen alle Arten böser Geister zu sehen sind. Und es gibt keinen Kefarder der nicht mit verschiedensten Talismanen das selbige verlässt. In dieser instabilen Region spielten die Priester zu allen Zeiten eine wichtige Rolle. Nie konnten sie sich wie andernorts nur auf Gottesdienste beschränken. Oft schlichteten sie Streit der in einer Vendetta verschiedener Familien gemündet hätte, oder mischten sich zu Gunsten einer Familie in so manchen Zwist mit ein. Sie halfen bei der Geburt, beim Hausbau, bei der kargen Ernte und beim Sterben. So ist es bis heute geblieben und die Verehrung die man ihnen entgegenbringt mag so manchen Bewohner Deoracheds irritieren.
Land der Ularis
Deoracheds Osten
Wenn man den Graben der Mark Richtung Osten auf der alten Heeresstraße
verlässt, kommt man unweigerlich an der uralten, heute verlassenen Stadt
Kanstar vorbei. Sie gehörte zu den ältesten menschlichen Besiedlungen
der Menschheit und stand wohl auf den Ruinen einer alten Bogayinstadt. Ähnlich
wie Ognan lag das Zentrum auf einem gewaltigen rechteckigen steinernen Plateau
mit einer Höhe von etwa 40 Metern. Am Ende des dunklen Zeitalters war Kanstar
ein Zentrum der Bronzeherstellung, da es im nahen Gebirge vor allem Kupfer gab.
Auch in den folgenden Zeitaltern blieb die Stadt immer ein wichtiges Handelszentrum
der Region.
Mit Eoc jedoch kamen die Bogayin zurück und sie beanspruchten die Stadt
für sich. So wurde Sie zu ihrem Zentrum, in dem sie die grausamsten Rituale
abhielten.
Heute meidet alles Leben diesen Ort und jedem der hier vorbeikommt läuft
ein kalter Schauer über den Rücken. Gerüchten zu Folge soll immer
noch mindestens ein Bogayin hier sein Unwesen treiben und die Schätze behüten,
die seine Artgenossen einst anhäuften.