Als das Fürstentum Kunt in seinem unsäglichen Bürgerkrieg zerbrach,
entstand mit dem Teilfrieden von Kunt das Reich von Estugal. Benannt wurde es
nach der Zwillingsburg in der heute die mächtigste Sippe – die Schigras
– lebt und herrscht. Es gibt keine größeren Städte in
diesem Land, die meisten Kunter leben ebenfalls in stark befestigten Burgdörfern
oder ziehen von Ort zu Ort.
Eigentlich kann man nicht von einem einheitlichen Reich sprechen, viele Sippen
bekriegen sich nach wie vor, doch mit der Vorherrschaft der Schigras laufen
viele dieser Konflikte nun kontrollierter ab. Nur die Feindschaft mit der Stadt
Kunt an der Küste wird noch mit großer Härte ausgefochten.
Das ganze Land ist nur sehr dünn besiedelt. Die Wälder haben sich
ihr Reich zurückerobert und einst fruchtbare Böden in undurchdringliche
Wildnis verwandelt. Reisende aus anderen Teilen von Ryn sieht man nie, die Kunter
mögen keine Fremden aus Deorached, die sie für schwach halten.
Die Bevölkerung lebt heute fast wieder wie in ihrer alten Heimat Merymar.
Die Schigras machten aus dieser Not eine Philosophie: Nur wer täglich um
sein Überleben kämpft verdient es zu leben. Schwächlichkeit wird
nicht toleriert. So wird ihr altes Leben in der anderen Welt glorifiziert und
manch einer mag sich zurücksehnen nach diesen Tagen.
Selbst vielen Kuntern ging das zu weit und sie flohen an die Küste, um
diesem Kriegsfluch endlich zu entkommen.
Man kann von Glück sagen, dass der Bürgerkrieg nie die Grenzen dieser
Provinz überschritten hat. Zu wenig Respekt brachte man den Bewohnern von
Ryn entgegen. Man hält sie für weich. Selbst zum Töten fand man
sie zu gering. Auch in unseren Tagen kommt es kaum zu Übergriffen auf die
Provinzen von Deorached.
Ebenso wie in Kunt hat sich in Estugal die Religion von Mizilmak und Mizilkar
fast völlig durchgesetzt. Der Aufstieg der Schigras ging einher mit der
Bekehrung der meisten Sippen. Doch ist die Religion hier wesentlich mehr auf
den Aspekt des Krieges ausgelegt als im Nachbarland.