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Revella

Revella ist das schillernde Zentrum von Deorached und die größte Stadt auf Ryn.
359 r.e.b. gründete Dolman I, Kaiser von Rakatien die Stadt Revella am Ausgang des Kanals. Zugrunde lag damals ein streng rechtwinkliger schachbrettartiger Grundriss. Schnell zeigte sich jedoch, dass der vorgesehene Platz nicht ausreichen würde um allen Menschen die sich hier ansiedeln wollten, Raum zu bieten. So sprengte die Stadt bereits wenige Jahre nach ihrer Gründung den ersten Mauerring.
Revella war schon damals durch seine günstige Lage reich. Alle Waren aus Amana, die nach Bograkath geschifft wurden mussten durch ihre Pforten.
Dieser Reichtum hielt auch weiterhin an, nachdem das rakatische Reich längst zerbrochen war und der Kontakt mit dem Südkontinent wieder abriss.
Auch Eoc erkannte die strategische Bedeutung der Stadt, verbreiterte den Kanal mit Hilfe unzähliger Sklaven und unterstellte sie einem seiner engsten Vertrauten, ein Bogayin, der wie alle hochgradig wahnsinnig war. Bei ihm zeigte sich das auf recht eigentümliche Weise: er versucht alles Gold der Welt in seinen Besitz zu kriegen, was ihm natürlich nicht gelang. Dennoch errichtete er mit dem was er hatte einen goldenen Palast, von dem heute noch ein goldener Turm steht. Wir kennen dieses Gebäude heute als die magische Universität von Deorached.
Eolai machte Revella zu seiner Hauptstadt und versuchte die Wunden die der Krieg hinterlassen hat zu schließen. Zu diesem Zwecke wurde die neue Traymaller Vorstadt gegründet, der ebenfalls ein Schachbrettgrundriss zugrunde liegt, jetzt jedoch verdreht und der neuen Hauptstraße, die den alten Palast der Fürsten von Revella mit der einzigen Brücke verbindet, angepasst. Angelegt wurde diese Vorstadt in den Ruinen der während des Krieges ausgebrannten Quartiere.
Nach dem Krieg war dieses Gebiet und der Stadtteil Eriener Hof die einzigen besiedelten Gebiete bis man vor wenigen Jahrzehnten die eigentliche Altstadt renovierte und wieder bezog.
Heute ist Revella ein florierender multikultureller Ort wie es ihn sonst wohl nicht mehr gibt. Neben den Zwergen den Elfen und allen Menschenvölkern von Ryn tummeln sich noch Bewohner von Saran und dem Marib, ja selbst Menschen aus dem fernen Koshin leben hier und betreiben ihre Geschäfte. Auch Orks und die bedauernswerten Varsen leben zumindest am Rand der Stadt und streiten sich hier um die niedersten Arbeiten.

Besondere Gebäude und Einrichtungen

Erwähnenswert ist das so genannte Eichenhaus. Ein viereckiges Gebäude um einen großen Innenhof errichtet in dem Eolai einst eine Eiche gepflanzt hat, die später im Staatswappen und im Staatsnamen (Deora) auftaucht. Heute ist das Gebäude, dass sich mitten über die Hauptstraße erstreckt ein Teil des „Palastes“ der Könige von Deorached. Von einem Palast zu sprechen mag in diesem Zusammenhang etwas übertrieben sein. Vielmehr entwickelte sich das Gebäude vom Eichenhaus aus in alle Richtungen, nahm dabei alte, bereits bestehende Gebäude in sich auf und wird durch Gänge sowohl unterirdisch wie auch oberirdisch zusammengehalten. Jeder Baron lächelt über diese Behausung die doch einem König so gar nicht gerecht werden will. Es gehört aber wohl zum Staatsverständnis, das dieser Umstand bis jetzt nicht geändert wurde.
Ebenfalls an der Hauptstraße – König Eolai Allee – liegt der größte Tempel der Stadt, die Befreiungskirche. Ihr Name geht jedoch nicht auf den Krieg gegen Eoc zurück, sondern stammt aus der Zeit als Trakjakot die Welt zum letzten mal mit Krieg überzog un in folge dessen Revella in weiten Teilen zerstörte. Heute ist er der Sitz der wichtigsten Priester des Reiches und damit auch einer der Hauptaustragungsorte des Streits zwischen den Herzögen von Colna mit der Reichskirche über die Zukunft des Glaubens.
Am Westufer des Kanals direkt am Ausgang liegt die große Seefestung die ihre heutige Form ebenfalls von Eoc erhielt. Die Burg ist zweigeteilt, so gibt es den alten Teil noch unter Kaiser Dolman errichtet und die neuen Quartiere Eocs.
Heute befindet sich in der Burg neben der Kanalwache auch das Haupthaus der Kehed die dort, geschützt durch einen Vertrag mit dem Königshaus, eine Art ewiges Mietrecht haben, sich im Gegenzug aber an eventuellen Verteidigungen der Burg und der Stadt beteiligen müssen.
Es gibt insgesamt vier größere Marktplätze in Revella von denen hier nur die zwei links und rechts der großen Brücke erwähnt werden sollen. Hier schlägt das Herz Revellas. Hier kann man praktisch alles erstehen was irgendwo auf Ryn oder Amana hergestellt wurde. Vor der Renovierung der Altstadt legten hier auch die Schiffe selbst an, was jetzt nur noch in Ausnahmefällen gestattet wird, ein Ärgernis für viele Händler.

Ein Überbleibsel aus der Regierungszeit Eolais sind sicher die beiden Philosophenschulen von denen sich die erste in den alten verfallenden Palästen außerhalb Revellas niedergelassen haben und die anderen sich hauptsächlich auf den Marktplätzen der Stadt herumtreiben.
Geboren wurden die Ideen dieser Philosophen in der Aufbruchszeit nach Eoc, als man sich fragte wie die Zukunft der Welt und das Leben der Menschen im Allgemeinen nun aussehen könnte. Während die erste Fraktion draußen in den Palästen hauptsächlich Staatstheoreme und abstrakte Begriffe diskutierte, waren die Marktplatzphilosophen ungleich radikaler. Sie stellten alles in Frage, von materiellen Besitztümern bis hin zu einfachsten sozialen Fragen. Ihr Anblick, verlaust, schmutzig und stinkend wie sie in Gruppen über den Sinn und Unsinn des Daseins disputierten ist legendär.
Beide Gruppen sind heute noch vertreten. Die Palastphilosophen haben heute eine Art Universität gegründet in der sie neben ihrer Philosophie auch Mathematik und Theologie lehren. Auch die zweite Gruppe gibt es immer noch, auch wenn sie heute wesentlich gemäßigter auftreten als in früheren Tagen. So leben sie heute sogar in richtigen Häusern, gehen oft regelmäßiger Arbeit nach und treffen sich eher in Wirtshäusern und Bierkellern um über ihre Ideen zu streiten.
Ihre Grundideen gingen auch in die Philosophie der Kehed ein, die heute noch vielen Adeligen aufgrund ihrer demokratischen Tendenzen ein Dorn im Auge sind.
Die wichtigste Leistung dieser Philosophengruppen war wohl die Schaffung der Allgemeinsprache wie sie heute in Deorached üblich ist. Sie gingen hierbei vom dem Sprachmischmasch aus der sich unter Eoc innerhalb der Sklavenunterkünfte gebildet hatte und beseitigten alle Worte die sich aus der Dunklen Sprache eingenistet hatten. Sie legten dazu noch Regeln für Wortneubildungen fest, den die Sklavensprache war sehr primitiv.

Impressum - madulsa - 04.2007