Was ist Deorached? Der Name bedeutet einfach nur Eichenreich. Für die
Bewohner ist das Wort Synonym für jene Freiheit, die sie einst von Eoc
hart erkämpfen mussten. Es steht für Eolais Versprechen, allen Menschen
und Wesen guten Willens eine Heimat zu schaffen, und für den Glauben, dass
jede Gefahr, sei sie auch noch so groß, überwunden werden kann.
Gegründet wurde das Reich von Eolai dem Weißen als Verband befreundeter
Länder.
Leider, so muss man heute sagen, hatte er es nicht für nötig befunden
ein starkes, zentrales Königreich zu erschaffen. Zu deutlich war noch die
Erinnerung an Eocs Schrecken. So errichtete er Deorached hauptsächlich
auf Freundschaft und gutem Willen.
Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, setzt sich das Reich von Deorached aus mehreren Provinzen zusammen. Dazu gehören das Herzogtum Herenien mit der Hauptstadt Colna, die Niedermark von Revella, das Fürstentum Sardessa, ehemals Balis, das Fürstentum Taris mit der Hauptstadt Balor Eolai, das Fürstentum Erien mit der Hauptstadt Bograkath, die Freistädte Riaconné, Kunt und Kalassea, das Grovanerland, Maldaban und einige kleinere Baronien in dieser Gegend. Die Zwergenkönigreiche im Hadoloc mit der Hauptstadt Olom ebenso wie in den Eisenbergen mit Etell erkennen die Könige von Revella als ihr Oberhaupt an.
Das Königreich selbst verfügt über kein stehendes Heer, weshalb
die Könige immer darauf angewiesen sind, dass die Adligen ihnen im Ernstfall
Truppen stellen. Eine Ausnahme bilden die Ulari, ein Orden von Magiern, die
direkt dem Königshaus unterstellt sind, die jedoch mehr der Reichsidee
und dem Volk verpflichtet sind als dem Herrscherhaus.
So begab es sich dass, als in Kunt der Bürgerkrieg ausbrach, Kastarna um
jeden Soldaten betteln musste und als die ersten verheerenden Niederlagen der
königlichen Armee bekannt wurden, der Herzog von Colna die Regierung ohne
Schwierigkeiten an sich reißen konnte.
König Tulon versuchte Zeit seines Lebens eine einheitliche Rechtsprechung durchzusetzen, die Enea Tulonai. Aufgrund der speziellen Struktur des Reiches gelang dieses jedoch nur in den zentralen Provinzen von Taris, Mark und Sardessa. In den anderen Provinzen wurde dieses Gesetz entweder nur teilweise realisiert oder wie in Herenien, das sich schon früh den Gesetzten seiner Kirche unterstellt hatte, ganz ignoriert.
Der junge aber schon mächtige Zaubererorden der Ulari unterscheidet sich
stark von dem der Magier des goldenen Turmes.
Gegründet wurde er noch zu Zeiten von Königin Reja doch sein Aufstieg
begann erst mit dem Bürgerkrieg in Kunt, als Königin Kastarna dem
Ordensgründer Koiro die schwere Aufgabe übertrug den Frieden wieder
herzustellen.
Der Unterschied zwischen den Orden liegt in ihren Philosophien. Während
der goldene Turm sich eher als eine wissenschaftliche Institution versteht,
die die Magie erforscht und nicht unbedingt an ihrem praktischen Gebrauch im
täglichen Leben interessiert ist, verstehen die Ularis Magie eher als eine
von den Göttern gegebene Kraft deren Verwendung dem Menschen zwar Verantwortung
auferlegt, die ihm aber immer auch unterstützen und dienen soll.
Ihre Philosophie gründet teilweise auch noch auf den Idealen der Kehed
ebenso aber auch auf denen der Ruvaner, eines Magiererordens der noch vor Eoc
im Kefarda mächtig war. Für diese war die Magie die eigentliche Essenz
des Universums und die Götter nicht mehr als ein Hilfskonstrukt, um das
Wirken der Magie auf einfache Weise zu erklären. Sie diente den Ruvanern
dazu sich selbst, das Leben und die Welt zu verstehen und zu ergründen.
Ihr Ansatz war eher intuitiv als wissenschaftlich belegbar. Askese und Meditation
spielten eine wichtige Rolle.
Heute haben die Ulari eine Sonderstellung im Reich. Sie beruht auf der Tatsache,
das die Könige von Deorached kein eigenes stehendes Heer haben. Der Orden
dient ihnen als ihre Augen und Ohren, kurz gesagt als ihre einzige Waffe um
ihre Feinde zu bekämpfen. Sie selbst fühlen sich jedoch mehr dem Reich
und der Idee die dahinter steht verbunden, als dem jeweiligen König.
Ihre Hauptordensburg befindet sich in ihrem Lehen Maldaban, dem Ort an dem schon
die Ruvaner ihr Zentrum hatten.
Die Kehed wurden von Amaris Schiveja dem ehemaligen König der Kunter gegründet
um für seine Schuld die er und seine Vorgänger auf sich geladen haben
zu büßen. Diese Organisation hat heute noch ihren Hauptsitz in einem
Teil der Wasserburg in Revella.
Ein Kehed kann jeder werden. Wer meint er könne etwas besser als Andere
kann im Auftrag der Ordens durch die Lande ziehen und zum Beispiel Bauern beibringen
wie sie ihre Erträge steigern. Doch das ist noch nicht alles. Ihre Hauptaufgabe
ist zu sehen was kein anderer sehen will. Ungerechtigkeiten der Herrschenden
gegenüber ihren Schutzbefohlenen werden gnadenlos angeprangert. Ihre Aufgabe
ist andere Menschen zu unterstützen die sonst verzagen würden. Geschützt
und teilweise finanziert werden sie durch Eolais Versprechen
direkt vom Königshaus. Wie man sich vorstellen kann sind sie den meisten
Adligen ein Dorn im Auge und selbst von Tulon ist bekannt das er das Wort seines
Vaters gerne ungeschehen machen wollte. Sie sind in ganz Deorached tätig.
Der mächtigste aller magischen Orden ist sicher der der Pavandori auch wenn die Anzahl seiner Mitglieder auf zwölf beschränkt ist. Es ist schwer zu sagen wie alt er genau ist, denn seine Wurzeln liegen wahrscheinlich im Dämonenkrieg und dem darauf folgenden dunklen Zeitalter. Man kann vermuten, dass die ersten Mitglieder einst noch von den Bogayin selbst unterwiesen wurden, um in ihrem unsäglichen Krieg an ihrer Seite zu kämpfen. Das Wissen um die Magie und ihre Anwendung wurde daraufhin weiter und weiter gegeben, wohl wissend, dass Sie in den folgenden Zeitaltern von der Erde gebannt werden würde. So zog man sich schließlich unter der Leitung von Istradon im vierten Zeitalter in die Tiefen der Erde zurück wo die Magie noch stark war. Erst mit ihrem Wiederaufleben kamen die Pavandori an die Erdoberfläche zurück, nun als Lehrer des uralten Wissens. Dieser Aufgabe gehen sie auch heute wieder nach und so sind sie in Eredun, Revella und Maldaban gern gesehene Gäste und Ratgeber.
Unter König Tulon war diese Horaitsekte sehr mächtig. Ihr sollte sogar die Provinz Taris zum Lehen gegeben werden. Als der König jedoch älter wurde brach er mit ihnen und schickte sie zum Schutze ins Exil nach Kalassea. Heute gibt es nur noch sehr wenige, aber immer noch einflussreiche Mitglieder dieser Sekte. Ihr wichtigstes Merkmal ist die berühmte Eisenkutte. Ein Kettenhemd, das bis weit über die Knie reicht. Ihre Lebensweise ist spartanisch und ganz auf den Kampf mit Schild und Schwert ausgelegt. Es mag nicht verwundern, dass sie in letzter Zeit stark von den Herzögen von Colna umworben werden.
Eine der zwei Magierschulen auf dem Kontinent hat ihren Sitz im ehemaligen Palast der Bogayin von Revella. Besonders auffällig an diesem Gebäude ist eben der namens gebende Goldene Turm über dem Hauptportal. Die Magier dieser Schule stehen im ständigen Streit mit den Ularis, von denen sie Unabhängigkeit von den regierenden weltlichen und geistlichen Führern verlangen, ebenso wie den Verzicht auf Eigentum an Land, in diesem Fall auf das Lehen Maldaban.
Bereits sehr früh nach Eocs Ableben begann Meles Hanexen mit dem Fernhandel,
vor allem mit den Elfen in Levae und mit den Zwergen. Als man Amana und Saran
erneut entdeckte waren seine Schiffe von Anfang an mit dabei. Auch im Norden
war man nicht faul, und so gründete man die Stadt Bograkath und drängte
damit das damals noch reiche Riaconné schnell ins Abseits. Meles’
Sohn Arjan war wohl noch gerissener als sein Vater. Er begann damit Gelder an
Adelige zu verleihen und bekam im Gegenzug einträgliche Regalien. Zuletzt
wurde er zum Fürst von Bograkath ernannt.
Heute ist das Handelshaus ein wenig gemäßigter als in den Goldgräberzeiten
zu Anfang des sechsten Zeitalters, aber immer noch mächtiger als viele
Adelige.
Das Haus Traymallo beherrscht noch immer die reichste Provinz des Reiches, nämlich die Reveller Mark. Eine Nebenlinie sitzt auf dem Fürstenthron von Sardessa. Außerdem sind sie nominell die Richterfürsten von Beredol, so dass man sagen kann auch wenn sie viel an Macht verloren haben, so sind sie noch lange nicht machtlos.
Die Fürsten von Feolisa wurden einst noch von Eolai belehnt. Doch bereits nach dessen Tod begannen sie eigene Wege zu gehen. Ihr besonderes Augenmerk liegt vor allem auf der Wiederaufspaltung der einzelnen ryner Religionen. Somit stehen sie im starken Gegensatz zu den propagierten Zielen der Traymallos. Außerdem steht zu vermuten, dass sie eng mit den Hanexens zusammenarbeiten. Wer hierbei von wem abhängig ist, bleibt reine Spekulation.
Derzeit gibt es einen großen Streit darüber, ob die 7 Götter
grundsätzlich gemeinsam in nur einem Tempel verehrt werden sollten wie
es in fast allen Provinzen üblich ist, oder ob die Kirche gemäß
dem Wunsch der Herzöge von Colna wieder aufgespaltet werden sollte. Dahinter
steht natürlich auch der Streit darum wer das Land nun eigentlich regiert
und wer die Oberhäupter oder das Oberhaupt der Kirchen bestimmt. Momentan
liegt dieses Recht einzig und allein bei den Priestern der Befreiungskirche
von Revella.
In Revella gibt es neben der großen Kirche der sieben Götter natürlich
auch alle anderen Glaubensrichtungen der bekannten Welt. So haben die Dilahargläubigen
einen eigenen Tempel (sogar zwei, denn schließlich bekennen sich die Kunter
in gewisser Weise auch zu Dilahar), ebenso die hier wohnenden Daisten von Saran.
Selbst die wenigen Bahilisten aus Koshin sollen einen eigenen kleinen Schrein
haben. Die Zwerge beten hier zu Tirox ebenso wie die Varsen zu ihrer Muttergöttin.
Selbst die in Revella wohnenden Orks sollen noch ihren blutrünstigen Göttern
anhängen.