Kernregion von Qisalas Reich
Wenn man ein Zeitalter mit dem Namen einer Person beschreiben müsste,
so wäre das in diesem Fall Qisala.
Qisala war anders als die Anderen. Seine Ideen waren anders, ja selbst sein
Aussehen unterschied sich von seinen Artgenossen, denn er hatte schwarze Haare
und schwarze Augen. Er predigte, dass die Bogayin die Welt nicht nur beobachten,
sondern sie in Besitz nehmen sollten, schließlich war kein Volk so schön
und so mächtig wie das Ihrige. Viele folgten seinen Ausführungen ohne
Argwohn und gewannen an Einfluss. So wuchsen die einzelnen Städte zusammen
zu Reichen, bis alle der Stimme Qisalas folgten.
Auch Qisala gründete eine Stadt, die einzige von der wir heute noch den
Namen kennen, nämlich Tramu die Herrliche, in den Eisenbergen. Zum Bau
dieser Stadt lud er Menschen von Amana ein, die zunächst aus freien Stücken
nach Ryn kamen. Aus diesen ersten Menschen erwuchs mit Hilfe der Bogayin das
Volk der Elfen, so wie wir es heute kennen.
An einem anderen Ort -Kog Ugan - erschuf ein anderer Bogayin die Zwerge, obschon
diese bis heute leugnen von keinem Gott erschaffen worden zu sein.
Alle Rassen trafen sich und lebten in Eintracht in Tramu, und die Schönheit
der Stadt übertraf alles was vorher war und - so sagen zumindest die Elfen
- alles was jemals kommen wird. Die Bogayin begannen Drachen in ihrem Himmelsturm
im Zentrum der Stadt zu züchten. Mit deren Hilfe erkundeten sie schließlich
die letzten Ecken des Planeten, erforschten alle Geheimnisse und knüpften
Freundschaft mit allen Völkern.
So hätte es ewig weitergehen können...
Doch Qisala war das noch nicht genug, und so forderte er schließlich von
den Göttern, dass sie sich den Bogayin unterzuordnen hätten. Einige
seiner Freunde und Verehrer wandten sich zu diesem Zeitpunkt von ihm ab, denn
sie bekamen es mit der Angst zu tun. Aber ihre Gruppe war nur klein.
Einige Jahre schien es so, als ob die Götter es tatsächlich in Betracht
zogen Qisala zu gehorchen. Doch langsam mehrten sich die Gerüchte über
Erdbeben, Fluten und Dürren in den entfernten Provinzen des Reiches. Aus
den Gerüchten wurden Tatsachen die auch das Leben in Tramu selbst erschwerten,
und schließlich wurde Gewissheit was niemand sich jemals vorzustellen
vermocht hätte: Die Bogayin verloren ihre Unsterblichkeit. Wut, Trauer
und Chaos überschwemmten Ryn, bis Qisala einen Weg fand sich die Unsterblichkeit
zurückzuholen, indem er sich mit Ezeka, dem dunkelsten Gott, verbündete.
Viele taten es ihm gleich, denn der Tod schien ihnen allzu schrecklich. Qisala
gelang es zudem, den Hass seiner Freunde gegen die Götter zu richten, und
er erklärte ihnen den Krieg. Dämonenscharen zogen über die Himmel,
konnten jedoch nichts ausrichten. Die Rache der Götter dagegen war grenzenlos.
Das Meer durchbrach die Landenge bei Estin, und eine gewaltige Flut überschwemmte
Ariam gleich wie alle anderen Küsten. Der einst so süße See
verwandelte sich in eine salzige Brühe. Glühende Felsbrocken stürzten
vom Himmel und zerstörten die bislang unversehrt gebliebenen Städte,
darunter Tramu. Noch immer erschufen die Bogayin neue Rassen, so die Orks und
die Oger, doch diese waren nun grausam und voller Hass.
Zuletzt floh Qisala nach Kog Ugan, der Urheimat der Zwerge, verführte auch
sie und entfachte den letzten Krieg, den das kleine Volk den Golemkrieg nennt.
Als Folge dieser letzten Schlachten, in deren Verlauf Qisala den Tod fand, verbannte
man die Zwerge für viele Jahrhunderte von Ryn. So verging die Schönheit
der Welt im Dämonenkrieg, und es folgte die Dunkle oder Verlorene Zeit.
Zwei Ereignisse sollten noch erwähnt werden, wenngleich sie sich eigentlich
auf Amana zu trugen. Während des Dämonenkrieges öffnete ein mächtiger
Magier namens Bahili die Pforten des Himmels und entließ etliche Wesen,
die man auf Amana heute als Götter und Halbgötter verehrt, zum Schutz
gegen die Bogayin in diese Welt. Dadurch brach aber auch jedweder Kontakt mit
Ryn für viel Jahrtausende ab.
Ein anderer mächtiger Magier floh mit seinem König und Volk aus dieser
Welt nach Merymar, dem Königreich der Tränen, und sie kehrten erst
viele tausend Jahre später wieder zurück als das Volk von Kunt.
Als letztes bannten die Götter fast alle Magie vom Antlitz der Welt. Es
sollte lange dauern, bis Ryn sich von diesem Krieg erholte.
r.e.b. = rim eoca bách (vor Eocs Tod), d.c. = déi caisorsa (der Freiheit)