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6500-5000 r.e.b.
Das Zeitalter der Allmacht oder der Hybris

Kernregion von Qisalas Reich

Wenn man ein Zeitalter mit dem Namen einer Person beschreiben müsste, so wäre das in diesem Fall Qisala.
Qisala war anders als die Anderen. Seine Ideen waren anders, ja selbst sein Aussehen unterschied sich von seinen Artgenossen, denn er hatte schwarze Haare und schwarze Augen. Er predigte, dass die Bogayin die Welt nicht nur beobachten, sondern sie in Besitz nehmen sollten, schließlich war kein Volk so schön und so mächtig wie das Ihrige. Viele folgten seinen Ausführungen ohne Argwohn und gewannen an Einfluss. So wuchsen die einzelnen Städte zusammen zu Reichen, bis alle der Stimme Qisalas folgten.
Auch Qisala gründete eine Stadt, die einzige von der wir heute noch den Namen kennen, nämlich Tramu die Herrliche, in den Eisenbergen. Zum Bau dieser Stadt lud er Menschen von Amana ein, die zunächst aus freien Stücken nach Ryn kamen. Aus diesen ersten Menschen erwuchs mit Hilfe der Bogayin das Volk der Elfen, so wie wir es heute kennen.
An einem anderen Ort -Kog Ugan - erschuf ein anderer Bogayin die Zwerge, obschon diese bis heute leugnen von keinem Gott erschaffen worden zu sein.
Alle Rassen trafen sich und lebten in Eintracht in Tramu, und die Schönheit der Stadt übertraf alles was vorher war und - so sagen zumindest die Elfen - alles was jemals kommen wird. Die Bogayin begannen Drachen in ihrem Himmelsturm im Zentrum der Stadt zu züchten. Mit deren Hilfe erkundeten sie schließlich die letzten Ecken des Planeten, erforschten alle Geheimnisse und knüpften Freundschaft mit allen Völkern.
So hätte es ewig weitergehen können...
Doch Qisala war das noch nicht genug, und so forderte er schließlich von den Göttern, dass sie sich den Bogayin unterzuordnen hätten. Einige seiner Freunde und Verehrer wandten sich zu diesem Zeitpunkt von ihm ab, denn sie bekamen es mit der Angst zu tun. Aber ihre Gruppe war nur klein.
Einige Jahre schien es so, als ob die Götter es tatsächlich in Betracht zogen Qisala zu gehorchen. Doch langsam mehrten sich die Gerüchte über Erdbeben, Fluten und Dürren in den entfernten Provinzen des Reiches. Aus den Gerüchten wurden Tatsachen die auch das Leben in Tramu selbst erschwerten, und schließlich wurde Gewissheit was niemand sich jemals vorzustellen vermocht hätte: Die Bogayin verloren ihre Unsterblichkeit. Wut, Trauer und Chaos überschwemmten Ryn, bis Qisala einen Weg fand sich die Unsterblichkeit zurückzuholen, indem er sich mit Ezeka, dem dunkelsten Gott, verbündete. Viele taten es ihm gleich, denn der Tod schien ihnen allzu schrecklich. Qisala gelang es zudem, den Hass seiner Freunde gegen die Götter zu richten, und er erklärte ihnen den Krieg. Dämonenscharen zogen über die Himmel, konnten jedoch nichts ausrichten. Die Rache der Götter dagegen war grenzenlos. Das Meer durchbrach die Landenge bei Estin, und eine gewaltige Flut überschwemmte Ariam gleich wie alle anderen Küsten. Der einst so süße See verwandelte sich in eine salzige Brühe. Glühende Felsbrocken stürzten vom Himmel und zerstörten die bislang unversehrt gebliebenen Städte, darunter Tramu. Noch immer erschufen die Bogayin neue Rassen, so die Orks und die Oger, doch diese waren nun grausam und voller Hass.
Zuletzt floh Qisala nach Kog Ugan, der Urheimat der Zwerge, verführte auch sie und entfachte den letzten Krieg, den das kleine Volk den Golemkrieg nennt. Als Folge dieser letzten Schlachten, in deren Verlauf Qisala den Tod fand, verbannte man die Zwerge für viele Jahrhunderte von Ryn. So verging die Schönheit der Welt im Dämonenkrieg, und es folgte die Dunkle oder Verlorene Zeit.
Zwei Ereignisse sollten noch erwähnt werden, wenngleich sie sich eigentlich auf Amana zu trugen. Während des Dämonenkrieges öffnete ein mächtiger Magier namens Bahili die Pforten des Himmels und entließ etliche Wesen, die man auf Amana heute als Götter und Halbgötter verehrt, zum Schutz gegen die Bogayin in diese Welt. Dadurch brach aber auch jedweder Kontakt mit Ryn für viel Jahrtausende ab.
Ein anderer mächtiger Magier floh mit seinem König und Volk aus dieser Welt nach Merymar, dem Königreich der Tränen, und sie kehrten erst viele tausend Jahre später wieder zurück als das Volk von Kunt.
Als letztes bannten die Götter fast alle Magie vom Antlitz der Welt. Es sollte lange dauern, bis Ryn sich von diesem Krieg erholte.

r.e.b. = rim eoca bách (vor Eocs Tod), d.c. = déi caisorsa (der Freiheit)

Impressum - madulsa - 04.2007